Haustiere

Schon sehr früh in der Menschheitsgeschichte, noch ehe die ersten Städte und Hochkulturen sich hervortaten, fingen die Menschen an, Tiere für ihre Zwecke zu nutzen. Eine der ersten frühen Verbindungen war das gemeinsame Jagen mit den Wölfen, die (wie auch die Menschen) ihre Jagd im Stile einer Hetzjagd durchführten. Durch die ähnlichen Jagdstile bildeten Menschen und Wölfe stellenweise eine Zweckgemeinschaft. Allerdings lag dabei keinerlei Domestizierung vor, da die Wölfe nach wie vor wild waren. Jedoch kann man davon ausgehen, dass diese Jagdgemeinschaft den Grundstein für die Ausbildung von Nutztieren gelegt hat. In diesem Zusammenhang ist es sicherlich kein Zufall, dass gerade die Jagdhunde mit zu den frühesten Nutztieren gehörten. Später, als verschiedene Herdentiere (zunächst Rinder, später Schafe) zur Gewinnung von Stoffen, Leder, Fleisch und Milch genutzt wurden, wurden die Hunde auch als Hirtenhunde genutzt. Des “Menschen bester Freund“ ist also schon ein altbekannter Weggefährte. Vielleicht sogar der älteste innerhalb der Geschichte der Nutz- und Haustiere.

Hund und Katze sind weit verbreitet

Rinder, Schafe, Schweine und Hühner etc. fingen (allem voran die Rinder) auch schon recht früh an, eine Rolle zu spielen. Allerdings ging dies bei einigen Tieren weit über den Status eines Lieferanten von Nahrung und Fell hinaus. So dienten insbesondere kraftvolle Rinder, wie Ochsen, schon recht früh als Hilfstiere auf den Äckern, wo man sich ihre gewaltige Zugkraft zur Nutze machte. Erst später entdeckte man die Nutzbarkeit von Pferden, Kamelen, Lamas, Eseln etc. als Reit-, Trag- und Zugtiere. Dort spielten sie dann insbesondere im logistischen und im militärischen Sinne eine große Rolle.

Die Haustierhaltung war schon damals und ist auch heute noch etwas, das nichts mit einem konkreten Nutzen eines Tiers zu tun hat. Insofern war die Haltung von Haustieren früher ein Luxus für besser betuchte Menschen. Diese hielten sich bisweilen sogar sehr exotische Tiere aus fernen Ländern. Zu diesem Zwecke ließ sich manch besser Gestellter sogar einen ganzen Garten zur Haltung seiner Tiere errichten – daraus gingen später die zoologischen Gärten hervor.

Die ersten Haustierarten, die sich in der breiten Bevölkerung etablierten, waren wiederum die Hunde und auch die Katzen. Zunächst wurde sie zwar überwiegend als Nutztiere gesehen. So dienten Hunde als Wachhunde. Insbesondere die ehedem wenig beachteten Katzen dienten zur Bekämpfung der Überhand nehmenden Ratten und wurden somit auch eher als Nutztiere gesehen. Doch mit der Zeit wurden Hunde und Katzen zu den frühen Haustieren der einfachen Bevölkerung. Man kann davon ausgehen, dass Hunde und Katzen auch heute noch am weitesten als Haustiere verbreitet sind. Die Nutztiere hingegen sind mittlerweile in vielerlei Hinsicht durch Maschinen ersetzt worden. Nur die wenigsten Bauern nutzen noch die Kraft der Tiere zur Bestellung ihrer Felder. Durch diese gesellschaftliche Entwicklung sind die meisten Nutztiere im Zuge der Industrialisierung zu reinen Lieferanten für Nahrung geworden. Es ist leider zu beobachten, dass der Mensch seither sehr viel respektloser mit diesen Tieren umgeht. Sie fristen meist ein sehr kurzes Leben unter unwürdigsten Bedingungen, um nach rasch erreichter Schlachtreife getötet zu werden. Und auch Milchkühe und Hühner werden geradezu ausgebeutet. Liebe und Achtung erfahren hingegen nur die Haustiere. Es ist ihr Glück, dass sie keinen wirtschaftlichen “Nutzen“ für den Menschen haben.